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Joos van den Dool,  Absolvent des Lehrgangs Train the Trainer für Mindful Leadership

"Es geht an die Grundfesten: wie funktioniere ich, wie ticke ich eigentlich?"

Unser Partner Concadora sprach mit Joos van den Dool, Mitarbeiter am WittenLab der Universität Witten/Herdecke, Diplom-Architekt und Stadtplaner, Co-Creativer Coach und Berater… und ehemaliger Teilnehmer unseres Lehrgangs Train the Trainer für Mindful Leadership am Professional Campus der UW/H.

 

Hallo Joos, vielen Dank, dass du dir die Zeit für unser Gespräch nimmst.

Womit beschäftigst du dich, wenn du nicht gerade Interviews zu deiner Train the Trainer für Mindful Leadership Ausbildung gibst?

Also ich habe ein sehr breites Feld an Aktivitäten. Ich bin seit zwölf Jahren selbstständig als Moderator und Gestalter für co-kreative Prozesse, und seit anderthalb Jahren mit der Universität Witten/Herdecke verbunden und seit kurzem dort als Programm Manager im WittenLab Zentrum Studium Fundamentale aktiv. Da geht es darum, Angebote mit und für Studierende zu entwickeln. Ich würde sagen im Wesentlichen für ein gutes Leben oder für ein gelingendes Leben eine Unterstützung anzubieten.

 

Vielen Dank. Du hast ja vor kurzem die Ausbildung zum Trainer für Mindful Leadership abgeschlossen, kannst du dich noch daran erinnern, wie du auf die Idee gekommen bist, so eine Ausbildung zu beginnen?

Ja, das ist über viele Jahre gereift. Mich hat Achtsamkeit immer schon interessiert, aber nicht losgelöst vom Alltag, vom Leben. Vor mehr als zehn Jahren habe ich mich schon mit der Frage, wie kann ich mich mit Achtsamkeit und angewandter Spiritualität im Alltag beschäftigen. Ich hab dann bei Trigon einen Workshop gemacht der mich sehr begeistert hat und einer von den Trainern hat mich dann auf Rudi Ballreich aufmerksam gemacht. Ich bin dann zu einer Mindful Leadership Konferenz in Stuttgart gegangen, um das mal ein bisschen zu erfahren, wie Rudi arbeitet und welche Menschen er anspricht. Das hat mich dann sehr positiv angesprochen und dann hab ich mich dazu entschieden die Ausbildung zum Trainer für Mindful Leadership zu machen.

 

Wenn du jetzt zurück schaust auf die Ausbildung zum Trainer für Mindful Leadership, was resoniert jetzt noch? Was war besonders? Woran kannst du dich noch erinnern, was besonders wichtig für dich war?

Ja, also ich würde sagen, jeden Tag denke ich dran und beschäftige ich mich mit Dingen, die ich dort gelernt habe. Ich würde sagen, es ist eine sehr umfassende Herangehensweise, die einem für die Arbeit und für das Hinterfragen „was mache ich eigentlich?“ und „wie mache ich das eigentlich?“ sehr viel geholfen hat. Wenn ich jetzt in den Alltag schaue, dann geht es von der Art, wie ich meine Achtsamkeitspraxis durchführe über die Art, wie ich arbeite, aber auch wie ich mit meinen Mitmenschen und meinen Kindern umgehe. Da sind viele Dinge, die ich in der Mindful Leadership Ausbildung gelernt habe, die jetzt zum Tragen kommen. Natürlich hat das alles auch noch mehr Potenzial, aber es ist jeden Tag da.

 

Über die eigene Achtsamkeistpraxis hinaus: im Alltag geht es auch über die Art, wie ich arbeite, oder auch wie ich mit meinen Mitmenschen und meinen Kindern umgehe.

 

Wie Zähneputzen:
Mindful Leadership geht in den Alltag über.

 

 

Bleiben wir bei den Veränderungen im Alltag. Wenn du daran jetzt denkst, fällt dir vielleicht ein konkretes Beispiel ein, wo du sagen würdest: da hat sich konkret was verändert?

Ja, dann nehme ich mal als Beispiel die Entscheidungsfindung und wie findet man Lösung in komplexen Situationen. Da hat mir die dynamische Urteilsbildung, die ich zwar davor schon kannte, aber die ich durch die Art und Weise, wie wir das vertieft behandelt haben, noch mal anders kennen gelernt habe, sehr viel geholfen, um stimmige Lösungen zu finden. Ich will das, du willst das, wie gehen wir damit um und wie finden wir da eine Lösung? Da sind wirklich neue Möglichkeiten, ein neues Repertoire dazu gekommen, wie ich das machen kann. Und das ist sowohl mit Kollegen als auch für mich selbst ganz erstaunlich, wie man einen Weg findet, den man vorher vielleicht nicht gesehen hat oder wo man schon gedacht hatte, dass man eher aufgeben wollte.

 

Interessant, vielen Dank. Ich würde gerne deine Einschätzung zum Aspekt der Meditation von dir erfahren. Welche Rolle spielte das Meditieren für dich in der Ausbildung. Vielleicht vor dem Hintergrund der Aufteilung in Management Themen und Mindfulness.

Ja, das kommt zusammen, auch in der Art und Weise wie man einsteigt. Wie wichtig ist es sich gut fokussieren zu können, wenn man in einer Führungsrolle ist? Jeder würde sagen: ja, das ist sehr wichtig. Aber sobald man das ausprobiert, merkt man, dass man vielleicht schon nach einer Minute abgelenkt ist oder schon ganz woanders mit den Gedanken. Somit ist das fokussierte Meditieren ein Training für das, was man in seinem Führungsalltag braucht. Ich hab das auch zum Beispiel im Schweigeretreat als sehr wichtig und und sehr wertvoll empfunden.  Und es ist auch weiterhin – auch wenn ich das nicht mehr ganz so intensiv mache wie damals – ein wichtiger Pfeiler. Wenn man das nicht macht ist das so wie mit dem Zähneputzen. Also ich muss mich jetzt nicht mehr dazu zwingen das zu machen; aber ich sehe, wenn ich das nicht mehr mache. Dann fehlt es mir.

 

Es geht an die Grundfesten:
wie funktioniere ich, wie ticke ich eigentlich?

 

Interessanter Vergleich. Würdest du die Ausbildung weiterempfehlen und falls ja, für wen oder für wen vielleicht auch nicht?

Ja, auf jeden Fall, ich würde es für Menschen empfehlen, die sich wünschen wirkliche Entwicklungsschritte zu machen und ihre Arbeit zu vertiefen und ein neues Spektrum dazu zu nehmen. Menschen die schon ein bisschen mit Achtsamkeit vertraut sind. Dann ist es, glaube ich, sehr, sehr wertvoll. Was durch die Intensität und die Vielfalt der Themen an denen man arbeitet noch mal eine Bereicherung ist. Ich würde es auf jeden Fall sehr empfehlen. Ich würde es aber nicht jedem empfehlen. Jemand der sagt, ich würde gerne ein bisschen Meditation und ein bisschen Achtsamkeit in meiner Arbeit machen, da gibt’s dann vielleicht andere Wege. Es ist schon was Umfangreicheres und es ist schon was Anderes, Tiefgründigeres als viele andere Dinge die am Markt sind. Es geht an die Grundfesten: wie funktioniere ich, wie ticke ich eigentlich? Nicht jeder ist bereit, sich selbst auf diese Art zu reflektieren und zu hinterfragen. Ich würde in so einem Fall erst mal anfangen mit einem acht-Wochen Training. Also man muss wirklich täglich Meditation und achtsame Körperarbeit üben, das ist wirklich wichtig. Gerade dann wenn man denkt: es geht überhaupt nicht, weil ich schon so durchgetacktet bin, dann braucht man es am meisten! Wenn es einem dann gelingt dafür die Freiräume zu schaffen, dann lohnt sich das enorm. Ich habe gemerkt, dass, wenn ich mich dazu durchgerungen habe, dann hab ich gemerkt, der Raum und die Zeit dafür sind da und es zahlt sich aus, das zahlt sich aus in Qualität und dann auch in Zeit, weil man sich in anderen Dingen weniger verheddert.

Vielen Dank! Danke dass du dir die Zeit für meine Fragen genommen hast. Viel Erfolg weiterhin.

Gerne! Danke für den Austausch!

 

Das Gespräch führte Dr. Jassir ElQushta von der Concadora GmbH.

 

Joos van den Dool
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